Die Telefônica Brasil-Aktie ist an der New Yorker Börse NYSE unter dem Kürzel VIV nicht als gewöhnliche Aktie, sondern als American Depositary Receipt (ADR) handelbar. Ein ADR verbrieft Anteile an den brasilianischen Aktien des Unternehmens und wird in US-Dollar gehandelt. Anleger tragen damit neben dem Unternehmensrisiko auch das Wechselkursrisiko zwischen brasilianischem Real, US-Dollar und Euro.
Telefônica Brasil mit Sitz in São Paulo ist der größte Mobilfunkanbieter des Landes und tritt unter der Marke Vivo auf. Das Unternehmen bietet Mobilfunk für Privat- und Geschäftskunden, Festnetz, Breitband über Glasfaser sowie Fernsehdienste und digitale Lösungen für Unternehmen an. Der Heimatmarkt Brasilien ist der einzige Absatzmarkt. Das Unternehmen gehört mehrheitlich zum spanischen Telekommunikationskonzern Telefónica und ist dessen wichtigste Beteiligung in Lateinamerika.
Im brasilianischen Telekommarkt konkurriert Vivo vor allem mit Claro, der Tochter von América Móvil, und mit TIM Brasil. Der Markt gilt als stark umkämpft, ist aber im Mobilfunk auf wenige große Anbieter konzentriert. Die Größe, die flächendeckende Netzabdeckung und das Glasfasernetz verschaffen Vivo eine starke Stellung, gerade bei vertragsbasierten Kunden mit höheren Umsätzen.
Im letzten Geschäftsjahr erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 51,6 Mrd. Euro und einen Nettogewinn von 5,3 Mrd. Euro. Daraus ergibt sich eine Nettomarge von rund 10 Prozent, was für einen Telekomkonzern solide ist. Beschäftigt waren etwa 36.000 Mitarbeiter. Die Geschäfte sind mit laufenden Netzinvestitionen verbunden, erzeugen aber vergleichsweise stabile Zahlungsströme.
Bei der Dividende zählt Telefônica Brasil zu den ausschüttungsstarken Werten. Das Unternehmen gibt einen großen Teil seiner Gewinne an die Aktionäre weiter, teils in Form von Dividenden, teils als Zinsen auf das Eigenkapital. Die Höhe schwankt mit dem Ergebnis, und für ADR-Inhaber kommen Quellensteuer und Währungseffekte hinzu.
Chancen für Aktionäre liegen im weiteren Ausbau von Glasfaser und 5G, in der Marktführerschaft im Mobilfunk, im hohen Anteil planbarer Vertragserlöse und in der Ausschüttungspolitik. Risiken sind der intensive Preiswettbewerb, hohe Investitionen in Frequenzen und Netze, die Regulierung durch die Behörde Anatel sowie die Abhängigkeit von der brasilianischen Wirtschaft. Hinzu kommen die Schwäche des Real, die den Wert in Euro mindern kann, und die Abhängigkeit vom Großaktionär Telefónica. Wer die Telefônica Brasil-Aktie betrachtet, sollte diese Faktoren gegeneinander abwägen.
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