Die TSMC-Aktie steht für Taiwan Semiconductor Manufacturing Company, den weltweit größten Auftragsfertiger für Halbleiter. Das Unternehmen wurde 1987 gegründet und hat seinen Hauptsitz in Hsinchu, Taiwan. An der NYSE wird TSMC über American Depositary Receipts (ADR) unter dem Kürzel TSM gehandelt. Dabei handelt es sich um Hinterlegungsscheine auf die in Taiwan notierten Stammaktien und nicht um die Stammaktien selbst.
TSMC betreibt das sogenannte Foundry-Modell: Das Unternehmen entwickelt keine eigenen Chips für den Endmarkt, sondern fertigt sie im Auftrag anderer Firmen. Zu den Kunden zählen unter anderem Apple, NVIDIA und AMD. Die Produkte reichen von Hochleistungsprozessoren für Rechenzentren und künstliche Intelligenz über Smartphone-Chips bis zu Bausteinen für Autos und Industrieanwendungen. Der größte Teil der Produktion findet in Taiwan statt, hinzu kommen Standorte unter anderem in den USA, wo ein Werk in Arizona entsteht.
Im Sektor nimmt TSMC eine Spitzenstellung ein, vor allem bei den fortschrittlichsten Fertigungstechnologien. Wichtige Wettbewerber sind Samsung Electronics, Intel mit seinem Foundry-Geschäft sowie kleinere Anbieter wie GlobalFoundries und SMIC. Die technologische Führung und die enge Bindung großer Kunden gelten als wesentliche Wettbewerbsvorteile.
Im letzten Geschäftsjahr erzielte TSMC nach den vorliegenden Angaben einen Umsatz von 3,40 Bio. Euro und einen Nettogewinn von 1,53 Bio. Euro. Daraus ergibt sich eine Nettomarge von rund 45 Prozent, ein außergewöhnlich hoher Wert für einen Industriefertiger. Das Unternehmen beschäftigt 65.152 Mitarbeiter. Die Dividendenpolitik ist eher zurückhaltend: TSMC schüttet regelmäßig Dividenden aus, das Niveau ist aber im Verhältnis zur Bewertung niedrig. Der Schwerpunkt liegt auf der Finanzierung des Wachstums.
Chancen für Aktionäre ergeben sich vor allem aus der anhaltend hohen Nachfrage nach Chips für KI-Anwendungen und Rechenzentren, aus der Technologieführerschaft bei modernen Fertigungsverfahren und aus der Breite der Kundenbasis. Dem stehen erhebliche Risiken gegenüber. Dazu zählen die geopolitischen Spannungen zwischen China und Taiwan, die Abhängigkeit von wenigen Großkunden und der enorme Kapitalbedarf für neue Fabriken. Auch der zyklische Charakter der Halbleiterbranche und Naturrisiken wie Erdbeben am Standort Taiwan können das Ergebnis belasten. Hinzu kommt eine insgesamt hohe Bewertung, die wenig Spielraum für Enttäuschungen lässt. Wechselkursschwankungen spielen für Anleger im Euroraum ebenfalls eine Rolle. Die TSMC-Aktie eignet sich daher nur im Rahmen einer breiten Streuung des Depots.
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