Bei der BIPI-Aktie handelt es sich nicht um eine gewöhnliche Stammaktie. Hinter dem Kürzel BIPI steht nach unserer Einordnung ein an der New Yorker Börse NYSE gehandeltes Wertpapier der BIP Bermuda Holdings I Limited, einer Konzerngesellschaft von Brookfield Infrastructure. Es handelt sich um ein Fremdkapitalinstrument (nachrangige Schuldverschreibung) und nicht um einen Anteil am Eigenkapital. Anleger erwerben damit kein Stimmrecht, sondern einen Zinsanspruch gegen den Emittenten beziehungsweise die Konzerngruppe. Die Bezeichnung "Aktie" wird im Alltag dennoch häufig verwendet.
Die Brookfield-Infrastructure-Gruppe besitzt und betreibt weltweit Infrastrukturanlagen. Dazu zählen typischerweise Versorgungsnetze, Transport- und Logistikinfrastruktur, Midstream-Anlagen für Energie sowie Dateninfrastruktur. Die Erlöse stammen überwiegend aus regulierten oder langfristig vertraglich gesicherten Einnahmen. Als Sektor ist Industrials angegeben, der Konzern ist in mehreren Regionen der Welt aktiv. Der Sitz der Emittentin liegt auf den Bermudas.
Im Wettbewerb steht die Gruppe mit anderen großen Infrastrukturinvestoren und Betreibern, etwa Infrastrukturfonds, Pensionskassen mit Direktbeteiligungen und börsennotierten Versorgern oder Netzbetreibern. Ihre Stärke liegt in der Größe, der breiten Streuung der Vermögenswerte und dem Zugang zum Kapitalmarkt innerhalb des Brookfield-Verbunds.
Im letzten Geschäftsjahr wies die Gruppe einen Umsatz von 12,7 Mrd. Euro und einen Nettogewinn von 1,2 Mrd. Euro aus. Daraus ergibt sich eine Nettomarge von rund 9,4 Prozent. Angaben zur Mitarbeiterzahl liegen nicht vor. Für Gläubiger ist weniger die Gewinnhöhe je Anteil entscheidend als die Fähigkeit, laufende Zinsen aus dem operativen Cashflow zu bedienen.
Bei Ausschüttungen gilt: Statt einer Dividende im klassischen Sinn erhalten Inhaber Zinszahlungen zu den Emissionsbedingungen. Das Niveau ist im Vergleich zu vielen Aktien hoch, es ist aber vertraglich ausgestaltet und nicht von einer Dividendenentscheidung der Hauptversammlung abhängig.
Chancen bestehen in den vergleichsweise stabilen, oft inflationsgekoppelten Einnahmen der Infrastrukturanlagen und in der breiten Diversifikation. Risiken sind die hohe Verschuldung des Sektors, Zinsänderungsrisiken, Währungseffekte durch das internationale Geschäft sowie regulatorische Eingriffe. Hinzu kommt die Nachrangigkeit: Im Insolvenzfall werden vorrangige Gläubiger zuerst bedient. Zudem kann der Kurs schwanken, und das Papier ist am US-Markt nicht immer so liquide wie große Aktien.
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