Die Bradesco-Aktie, die an der NYSE unter dem Kürzel BBD gehandelt wird, ist keine gewöhnliche Stammaktie, sondern ein American Depositary Receipt (ADR). Dieses Hinterlegungszertifikat verbrieft Vorzugsaktien der Banco Bradesco S.A., die in Brasilien an der Börse in São Paulo notiert sind. Anleger erhalten dadurch Zugang zu einer brasilianischen Bank, handeln aber in US-Dollar und mit den Besonderheiten eines ADR.
Banco Bradesco wurde 1943 gegründet und hat ihren Sitz in Osasco im Bundesstaat São Paulo. Sie gehört zu den größten privaten Finanzkonzernen Lateinamerikas. Das Geschäft umfasst Privat- und Firmenkundenbanking mit Krediten, Konten, Karten und Zahlungsverkehr sowie Vermögensverwaltung und Brokerage. Ein weiterer wichtiger Pfeiler ist das Versicherungsgeschäft mit Leben-, Kranken- und Sachversicherungen unter der Marke Bradesco Seguros. Mit Next betreibt die Gruppe zudem eine digitale Bankmarke. Der Schwerpunkt liegt klar auf dem brasilianischen Heimatmarkt.
Im Bankensektor Brasiliens steht Bradesco im direkten Wettbewerb mit Itaú Unibanco, Banco do Brasil, der Caixa Econômica Federal und Santander Brasil. Hinzu kommen digitale Anbieter wie Nubank, die vor allem bei jüngeren Kunden Marktanteile gewinnen. Die große Filialpräsenz und die breite Kundenbasis sind Stärken, zwingen das Institut aber auch zu hohen Investitionen in die Digitalisierung.
Im letzten Geschäftsjahr erzielte Bradesco einen Umsatz von 277,4 Mrd. Euro und einen Nettogewinn von 21,1 Mrd. Euro. Daraus ergibt sich eine Nettomarge von rund 7,6 Prozent. Bei Banken enthält der Umsatz auch Zinserträge, daher ist die Marge nur eingeschränkt mit anderen Branchen vergleichbar. Das Unternehmen beschäftigt 82.095 Mitarbeiter. Die Bewertung der Aktie ist im Branchenvergleich eher niedrig, wie es bei brasilianischen Banken oft der Fall ist.
Bei der Dividendenpolitik ist Bradesco für Anleger aus Einkommenssicht interessant: Die Ausschüttungen fallen hoch aus und erfolgen regelmäßig, teils als Dividende, teils als Zinsen auf das Eigenkapital. Die Höhe hängt aber vom Gewinn ab und kann schwanken. Für ADR-Inhaber kommen Währungsumrechnung und mögliche Quellensteuer hinzu.
Chancen für Aktionäre liegen in der starken Marktstellung, den diversifizierten Erträgen aus Bank und Versicherung sowie in der anhaltenden Digitalisierung. Die Risiken sind ebenso klar: Das Ergebnis hängt stark von der brasilianischen Konjunktur, dem Zinsniveau und der Zahlungsmoral der Kreditnehmer ab. Steigende Kreditausfälle können die Gewinne spürbar belasten. Hinzu kommen Währungsschwankungen des Real, politische und regulatorische Unsicherheit sowie der zunehmende Wettbewerb durch Fintechs. Die Bradesco-Aktie eignet sich daher vor allem für Anleger, die Schwankungen an Schwellenländermärkten tolerieren.
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