AbbVie ist ein global tätiger Biopharmakonzern mit Hauptsitz in North Chicago im US-Bundesstaat Illinois. Das Unternehmen entstand 2013 als Abspaltung von Abbott Laboratories und ist an der New Yorker Börse NYSE notiert. Die AbbVie-Aktie ist eine gewöhnliche Aktie eines US-Unternehmens und wird in US-Dollar gehandelt.
Das Geschäft von AbbVie konzentriert sich auf verschreibungspflichtige Medikamente. Wichtige Bereiche sind Immunologie, Onkologie, Neurowissenschaften und die ästhetische Medizin. Bekannt ist AbbVie vor allem für den Antikörper Humira gegen entzündliche Autoimmunerkrankungen, der lange das umsatzstärkste Medikament der Welt war. Mit Skyrizi und Rinvoq sind Nachfolgeprodukte in der Immunologie am Markt. Durch die Übernahme von Allergan kamen unter anderem Botox und weitere Produkte der ästhetischen Medizin hinzu. Der wichtigste Absatzmarkt sind die USA, daneben ist AbbVie in Europa und weiteren Regionen aktiv.
Im Sektor Healthcare zählt AbbVie zu den größten Pharmakonzernen weltweit. Zu den Wettbewerbern gehören Pfizer, Merck & Co., Bristol-Myers Squibb, Johnson & Johnson, Novartis, Roche und AstraZeneca. In der Immunologie konkurriert AbbVie zudem mit Herstellern von Biosimilars, also Nachahmerpräparaten für Biologika.
Im letzten Geschäftsjahr erzielte AbbVie einen Umsatz von 54,5 Mrd. Euro und einen Nettogewinn von 3,8 Mrd. Euro. Daraus ergibt sich eine Nettomarge von rund 7 Prozent. Sie liegt deutlich unter dem, was das operative Geschäft vermuten lässt, weil hohe Abschreibungen auf übernommene immaterielle Vermögenswerte und Aufwendungen für Zukäufe den Gewinn belasten. Das Unternehmen beschäftigt rund 57.000 Mitarbeiter. Die Bewertung der Aktie ist gemessen am ausgewiesenen Gewinn hoch.
AbbVie zahlt regelmäßig eine Dividende und legt traditionell Wert auf deren Steigerung. Die Ausschüttung ist im Vergleich zum Gesamtmarkt eher hoch, weshalb die Aktie bei dividendenorientierten Anlegern verbreitet ist. Als Chance gelten die starke Position in der Immunologie, eine breite Produktpipeline und die Diversifikation durch Zukäufe. Risiken sind der Patentablauf und der Wettbewerb durch Biosimilars bei etablierten Präparaten, die Abhängigkeit von wenigen Großprodukten, regulatorischer Druck auf Arzneimittelpreise vor allem in den USA, Rechtsstreitigkeiten sowie Integrations- und Forschungsrisiken bei Übernahmen. Für Anleger im Euroraum kommt das Wechselkursrisiko des US-Dollars hinzu.
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